pointer.gif (173 Byte) Motivation für die Verwirklichung dieser Kampagne war die Erfahrung der MitabeiterInnen der Beratungsstelle , dass viele Lesben, Schwule, Bisexuelle und TransGender-Personen und ihre Angehörigen einem hohen Maß an offenen, aber auch verdeckten Diskriminierungen ausgesetzt sind: Seien es Schwulen- / Lesben-„Witze“, die permanente Konfrontation mit unhaltbaren Vorurteilen, Beschimpfungen, Mobbing am Arbeitsplatz bis hin zu Drohungen und offener körperlicher Gewalt. So wurde beispielsweise ein schwuler Mann 2006 in einem Lokal von einem Mann mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

In Österreich werden gleichgeschlechtlich empfindenden Frauen und Männern selbstverständliche Grund- und Menschenrechte verwehrt, wie z.B. die Anerkennung ihrer Partnerschaften. Derartige Diskriminierungen hinterlassen nicht selten Gefühle der Schuld und Scham bei den diskriminierten Personen. Viele fühlen sich damit alleine gelassen. Die fehlende gesellschaftliche Auseinandersetzung mit homophoben Vorurteilen und antihomosexueller Gewalt verstärken diese Gefühle und führen nicht selten zu Selbstwertkrisen, Einsamkeit und Isolation etc. Fehlende Lebensperspektiven und mangelnde soziale Unterstützung sind Hauptursachen für psychische Störungen bis hin zum Selbstmordversuch.

Aufgrund der enormen Verbreitung massiver antihomosexueller Gewalt in der Gesellschaft und den daraus resultierenden deutlichen Beeinträchtigungen psychischer und körperlicher Gesundheit gleichgeschlechtlich empfindender Menschen, startete Mexiko eine Aktion mit dem Slogan: „Homosexualität ist keine Krankheit, Homophobie hingegen schon!“ Problematisch ist jedoch, dass viele Formen homophober Gewalt gar nicht bewusst als Diskriminierungen wahrgenommen werden. Gleichgeschlechtlich empfindende Menschen haben sich „daran gewöhnt“, benachteiligt zu werden, da die gesellschaftliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen eine lange Geschichte aufweist. Homophobe Gewalt aufzuzeigen und ins Bewusstsein zu führen, ist Ziel der Kampagne.

Diese Kampagne will allen Menschen, die von antihomosexueller Gewalt betroffen oder ZeugInnen von Homophobie sind/waren, die Möglichkeit geben, anonym darüber berichten zu können ohne einer Bewertung ausgesetzt zu sein. Hierzu bietet sich das Internet als niederschwelliges, anonymes Medium mit seinem hohen Verbreitungsgrad an, da es leicht zugänglich und bedienbar ist.

Ziel der Kampagne StopptHomophobie! ist es auch, die Hintergründe von Homophobie zu analysieren und transparent zu machen. Hierfür bitten wir Sie um Ihre Mithilfe, da es derzeit in Österreich zum Thema Homophobie und antihomo­sexuelle Gewalt weder geförderte Studien, noch ausreichendes Datenmaterial gibt.

Hinter der Idee StopptHomophobie! steht ein konkretes Menschenbild: Jeder Mensch ist einmalig. Menschen sind kreativ und vielfältig. Menschen können einander in ihrer Einmaligkeit, Kreativität und Vielfältigkeit bereichern. Die Vielfalt der Ausdrucksformen menschlicher Liebesfähigkeit und Lebensweisen als Chance für die Gesamtgesellschaft zu verstehen und zu nutzen, ist die Grundidee dieser Kampagne. In einer Gesellschaft der Vielfalt (Diversity) können sich Menschen individuell und gesund entwickeln, erleben Wertschätzung und Anerkennung. Dies wiederum führt zu Zufriedenheit, Lebensfreude und Engagement.

Die Kampagne StopptHomophobie! will zum Aktivwerden gegen die vielfältigen Formen antihomosexueller Gewalt aufrufen und Menschen dazu einladen, Zivilcourage zu zeigen. Gewalt geht uns alle an! Je offener wir über Gewalt reden, desto sichtbarer wird sie gemacht – nur so kann sie bezwungen werden. Helfen Sie uns Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und ihre Angehörigen sichtbar zu machen!

Diese Kampagne befasst sich mit der Problematik homophober Gewalt. Als Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und transGender Lebensweisen wissen wir, dass die Hintergründe von Homophobie nicht mit jenen der Transphobie gleichzusetzen sind. Die Lebensrealitäten transidenter Menschen und die sich daraus ergebenden Probleme sind anderer Gestalt als jene gleichgeschlechtlich empfindender Menschen. Eine Kampagne gegen Transphobie ist im Entstehen und soll mit transident empfindenden Menschen und Selbsthilfegruppen gestaltet werden. Sollten Sie hierfür Anregungen haben, so senden Sie uns bitte ein E-Mail.

 

pointer.gif (173 Byte) Die Kampagne StopptHomophobie! wurde ausschließlich von MitarbeiterInnen der initiiert (und mit Eigenmitteln finanziert). ist die erste im Sinne des Familienberatungsförderungsgesetzes und der Stadt Wien anerkannte Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und transGender Lebensweisen. Sie bietet kostenlos und anonym Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppenberatung vor allem für Lesben, Schwule, Bisexuelle, TransGender-Personen und ihre Angehörigen an, ihre Website ist unter www.courage-beratung.at zu finden.

versteht sich als PartnerInnen-, Familien- und Sexualberatungsstelle und steht in den Themenbereichen Beziehungen und Sexualität sowie Gewalt und sexuelle Übergriffe allen Rat- und Hilfesuchenden zur Verfügung. Selbstverständlich sind für uns: Anonymität/Verschwiegenheit, Überparteilichkeit, Überkonfessionalität.

wird derzeit vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend (BMGFJ), dem Bundesministerium für Frauen, dem Frauenbüro der Stadt Wien (MA 57) sowie dem Land Burgenland gefördert. Sie ist bundesweit tätig sowie international vernetzt und anerkannt. Beratungsangebote von : persönlich nach Terminvereinbarung, telefonisch unter 01/585 69 66 oder per E-Mail.

 

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pointer.gif (173 Byte) Aktiv werden! Eines der Hauptziele dieser Kampagne ist, jenen Menschen, die Homophobie und antihomosexuelle Gewalt erlebt haben, die Möglichkeit zu geben, in einem niederschwelligen Medium wie dem Internet anonym darüber berichten zu können, ohne einer Bewertung ausgesetzt zu sein. Dies ist – neben der Möglichkeit, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen – ein erster Schritt die aktive Rolle der eigenen Lebensgestaltung (wieder) einzunehmen.

pointer.gif (173 Byte) Situationsanalyse: Ein weiteres großes Ziel ist die Erfassung der aktuellen Lebensrealitäten von Lesben, Schwulen und Bisexuellen bezüglich ihrer Erfahrungen und Erlebnisse mit Homophobie und antihomosexueller Gewalt in Österreich, da es bis dato dazu kaum repräsentative Studien gibt. Die daraus entstehende Dokumentation wird wissenschaftlich aufgearbeitet und soll in Form eines Homophobiereportes der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, sodass die Ist-Situation „Homophobie und antihomosexuelle Gewalt“ in Österreich sichtbar wird.

pointer.gif (173 Byte) Enttabuisierung und Aufklärung: Die Verbreitung der Daten der Ist-Situation soll die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung für dieses Thema schärfen und somit in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit dringen. Die gesellschaftliche Sensibilisierung für die Thematik ermöglicht den Abbau von Vorurteilen und Zerrbildern gegenüber gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen. Die daraus resultierende eindeutige Positionierung gegen Homophobie und antihomosexuelle Gewalt, stellt ein weiteres wichtiges Ziel dieser Kampagne dar, erfordert jedoch die Aktivierung vieler und nicht nur Einzelner. Dies ist auch ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Gewaltprävention, da Aufklärung gewaltfreieren Raum schafft.

pointer.gif (173 Byte) Gewaltprävention: Um eine möglichst gewaltfreie und auf dem Prinzip der Akzeptanz und somit der Gleichwertigkeit basierende Gesellschaft aufbauen zu können, müssen Zerrbilder, Vorurteile und Ängste abgebaut werden. Dies geht einher mit dem Hinterfragen gängiger Geschlechtsrollenstereotypen, mit der Erarbeitung erweiterter Geschlechtsrollen sowie der Entwicklung von gleichwertigen Beziehungs- und Partnerschaftsformen. Um das Ziel echter Akzeptanz zu erreichen, müssen bestehende Vorurteile und Zerrbilder aufgedeckt und mit der Realität gleichgeschlechtlicher Lebensweisen konfrontiert werden. Die Grundvoraussetzung für einen neuen Umgang mit Lesben, Schwulen und Bisexuellen ist die Entpathologisierung, d.h. die Einsicht, dass gleichgeschlechtliche und bisexuelle Identitäten nichts mit Gesundheit und Krankheit zu tun haben, sondern in sich – genauso wie bei der Heterosexualität – das ganze Spektrum von Gesundheit bis Krankheit enthalten.

Ziel ist die Akzeptanz und Gleichbehandlung aller sexueller Orientierungen und der daraus resultierenden GeschlechtspartnerInnenorientierungen. Denn: Homosexualität und Heterosexualität sind verschiedene Ausprägungen der einen vielgestaltigen menschlichen Sexualität. Die  uneingeschränkte Positionierung gegen Homophobie und ihren vielfältigen Formen antihomosexueller Gewalt sowie Akzeptanz und Gleichbehandlung der unterschiedlichen Lebensweisen ist der erste Schritt zur Gewaltprävention. 

pointer.gif (173 Byte) Beratungsbedarfsevaluation: ist die erste vom Bund und der Stadt Wien anerkannte und geförderte Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt gleichgeschlechtliche und transGender Lebensweisen. Neben gibt es viele ehrenamtliche Organisationen, die – wie   – trotz steigendem Bedarf zu wenig bzw. keine Förderungsgelder vom  Bund und/oder den Ländern erhalten. Die Kampagne soll die Wichtigkeit dieser Organisationen und ihrer Angebote für Lesben, Schwule, Bisexuelle und ihre Angehörigen sichtbar machen. Es geht hier also eindeutig um eine Bedarfsevaluation, wie sie es in Österreich bisher noch nie gegeben hat.

pointer.gif (173 Byte) Zukunftsperspektive: Neben dem Abbau sämtlicher derzeit noch existierender Vorurteile und Zerrbilder, könnten jegliche Potentiale, Chancen und Vorteile eines vielfältigen gesellschaftlichen Zusammenlebens ausgeschöpft und nutzbar gemacht werden. Dies beinhaltet gleichzeitig die Freiheit eines jeden Menschen, nach seinem eigenen Lebensentwurf zu leben, sowie eine Bereicherung untereinander aufgrund der Vielfalt gelebter Einmaligkeiten und Besonderheiten. Die Wahrung der eigenen Identität und die Garantie sozialer Gleichwertigkeit der daraus entstehenden Lebens-entwürfe führen zu Gesundheit und Lebensfreude. Diese wiederum sind Garanten für eine solidarische Gesellschaft sowie für gesellschaftliches und soziales Engagement. Große internationale Konzerne haben das erkannt und im Sinne eines Diversitiy-Konzeptes umgesetzt.

Gemäß eines gelebten Diversity-Konzeptes, welches auf dem Fundament der Menschenwürde und der Menschenrechte basiert, soll der Abbau von Homophobie mitsamt allen Vorurteilen, Diskriminierungen und Verhaltensweisen, hin zu einer allumfassenden Gleichstellung aller Geschlechtsidentitäten und Lebens- bzw. Beziehungsformen keine Utopie sein, sondern gelebte Perspektive in Österreich werden.

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